Weinbau in der Gemeinde

Weinlandschaft im Herbst

Weinlandschaft im Herbst GdeInzGetz

Unsere Gemeinde liegt im Weinanbaugebiet des Traisentals, dem Jüngsten und mit 815 ha gleichzeitig Kleinsten Niederösterreichs. 

Das erst 1995 definierte Weinbaugebiet hat jedoch eine weit zurückgehende Geschichte - das belegen Traubenkernfunde aus der frühen Bronzezeit. 

Die Fläche unserer Gemeinde umfasst rund 13,7 km². Davon sind 65 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, je rund 8 Prozent der Fläche sind Weingärten und Wald. 

Die Reben wachsen überwiegend auf Lehm oder kalkhaltigen Konglomeratböden, oft auf winzigen Terrassen. Etwa 20 % der Weingartenböden sind sehr kalkhaltig, trocken und schottrig. Sie verleihen den Weinen ein markantes Profil mit festem Rückgrat und kräftigem Körper. Aufgrund der vielfältigen Böden entsteht eine spannende Bandbreite von Veltlinern in unterschiedlichen Ausprägungen. Aber auch Riesling, Chardonnay, Weißburgunder, Muskateller, Rivaner sowie sonstige Weiß- und Rotweinsorten fühlen sich bei uns wohl.

Die Weine stehen für: glasklare, fast schon „kantige“ Aromen entlang einer äußerst feingliedrigen Säurelinie, die zu Eleganz und Langlebigkeit beitragen.


Traisental – Weinbau in unserer Gemeinde

Die Kelten waren es, die diesem bezaubernden Flecken Erde unserer Region in dem wir leben seinen Namen verliehen – sie nannten das rasch fließende Gewässer „Tragisa“ (die schnell Fließende). Und somit ist das Traisental einerseits das jüngste, gleichzeitig vielleicht aber auch das älteste Weinbaugebiet Österreichs. 

Der malerische Landstrich, eingebettet zwischen Donaustrom und den Ausläufern des Wienerwaldes, im Süden von der Landeshauptstadt St. Pölten begrenzt, präsentiert sich das Traisental heute als eine friedliche Weinbau-Oase mit großer Tradition. 

In der Landwirtschaft hat der Weinbau bei uns eine besondere Bedeutung. Urgeschichtsfunde deuten darauf hin, dass Wein schon vor den Römern bei uns angepflanzt wurde. Im Mittelalter hatten viele Kloster und Stifte in unserer Gemeinde Weingartenbesitzungen, um damit ihren Weinbedarf decken zu können. Der Wein wurde zum wichtigsten Bodenprodukt unserer Gemeinde. Die Weinmenge war bald so groß, dass es an Fässern „mangelte“.

In der Lesezeit zog der Weingartenhüter in seiner Hütte ein, von wo er nach Traubendieben Ausschau hielt. Neben der Hüterhütte wurde der Hüterbaum aufgestellt. Zwischen Inzersdorf und Getzersdorf steht heute noch die Hüterhütte aus dem vorigen Jahrhundert.

Besonders günstige klimatische und geologische Bedingungen für den Weinbau hat unsere Gemeinde mit teilweise steilen Terrassenlagen in Südost-Ausrichtung auf Lehm oder kalkhaltigen Konglomeratböden. Diese Böden bringen glasklare Weine mit lebhaften und pikantem Säurespiel in feiner Ausgewogenheit. Eine Reihe von Winzern aus der Gemeinde erreichen immer wieder bei Weinprämierungen ausgezeichnete Bewertungen. 

Die rund 770 ha Anbaufläche des kleinsten Weinbaugebietes Niederösterreichs werden mit knapp zwei Drittel von der Sorte Grüner Veltliner abgedeckt. Aufgrund der vielfältigen Böden entsteht eine spannende Bandbreite von Veltlinern in unterschiedlichen Ausprägungen. Aber auch Riesling, Chardonnay, Weißburgunder, Rivaner laufen, neben diversen Rotweinreben, zu ihrer Hochform auf.

Die Weine können ganzjährig bei den gemütlichen Heurigenbetrieben mit einer guten Jause verkostet werden.

Zu Ehren der Bundesweinkönigin Karin I. (Karin Schildberger-Böck aus Getzersdorf) im Jahr 2004/05 wurde in Getzersdorf eine Ehrentafel aufgestellt. 


Weinlese

Die Weinlese oder Weinernte, bezeichnet die Ernte der Weintrauben. Die Tätigkeit wird auch als Herbsten bezeichnet, was auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Herbst („Erntezeit“) zurückzuführen ist.

Bei der manuellen Weinlese (traditionell) schneiden die Leser die reifen Trauben von Hand ab. Dabei besteht auch die Möglichkeit, zur Steigerung der Qualität durch Auswählen der besonders reifen Trauben (diese Auslese ist namensgebend bei dem gleichnamigen Prädikat innerhalb der Qualitätsweine). 

Die maschinelle Lese erfolgt durch einen Traubenvollernter, der über die in Reihen angepflanzten Rebstöcke hinwegfährt. Vibrierende Glasfaserstäbe, die sich biegen, rütteln die Trauben sanft durch und lösen sie von den Rebstöcken. Bei diesem Verfahren geraten auch Laub und kleine Äste ins Lesegut. Diese werden zum Großteil durch ein Gebläse entfernt.


Weinrieden

Die Riede ist die übliche Bezeichnung (auch Ried, Weinbauried, mundartlich „Riad“) für eine Lage bzw. Einzellage. Sie leitet sich vom althochdeutschen riod (riuti = Rodung) ab, einen durch Ausschlagen des Waldes und Roden für den Weinbau urbar gemachten Platz. 

Gemäß österreichischem Weingesetz ist eine Riede ein Gebietsteil einer Weinbaugemeinde, die sich durch natürliche wie Gewässer und Wege aber auch künstliche Grenzen oder infolge der weinbaulichen Nutzung als selbständiger Gebietsteil darstellt und zeichnen sich oft durch besondere Bodentypen oder Klimabedingungen aus. Zum Teil gibt es auch Rieden innerhalb von Rieden auf Grund besonderer Verhältnisse.

Rieden in unserer Gemeinde

In den einzelnen Katastralgemeinden gibt es laut Verordnung gemäß des NÖ. Weinbaugesetzes insgesamt 11 Rieden, die auf einer Fläche von rund 112 ha verteilt sind. 

  • KG Anzenberg
    Steinbruch
  • KG Getzersdorf
    Berg
    Brunn
    Engelreich
    Pletzengraben
    Spielberg
  • KG Inzersdorf
    Himmelreich
    Pletzengraben
    Rafasetzen
    Rothenbart
    Zwirch
  • KG Walpersdorf
    Gerichtsberg
  • KG Wetzmannsthal
    Steinbruch

 Aber auch Namen wie Feldsetzen, Giesgraben, Grillenbüchl, Hausberg, Händelgraben, Hundstaln, Rampel werden sie sicher schon einmal gesehen oder gehört haben. Diese sind u.a. die Riedenbezeichnungen innerhalb von Rieden.


Touristische Informationen zum Thema Wein:

Mostviertel-Tourismus-Info: Most4Tourismus

Tourismusregion Weinland Traisental: Weinland Traisental